23. Jan2012

Genickschlag innerhalb von 24 Sekunden

by vondi

Nach einer erneuten Heimpleite werden die Floorball-Herren des TV Lilienthal höchstwahrscheinlich als Letzter in die Abstiegsrunde der Bundesliga gehen. Am späten Sonnabend musste das Schlusslicht gegen den Vorletzten Floor Fighters Chemnitz ein bitteres 5:6 (0:1, 1:2, 4:3) einstecken, das Andreas Blankenstein das Gefühl gab „im falschen Film“ zu sein: „Ich muss eigentlich jede Woche das gleiche erzählen; wir haben wieder kein schlechtes Spiel gemacht. Aber in der Endphase haben wir oft Angst vor der eigenen Courage.“

Die Niederlage war umso bitterer, weil sich die Wölfe einmal mehr um den Lohn einer starken Aufholjagd gebracht haben. Nach dem 0:1 durch den Chemnitzer Rene Radünz (4.), war Lilienthal nicht unbedingt die schlechtere Mannschaft. Dennis Heike der sich später am Finger verletzte, glich in der 26. Minute aus, doch der überragende Radünz antwortete mit einem Doppelpack in der 31. und 38. Minute. „Die Gegentore, die wir kassieren, sind unglaublich ärgerlich“, haderte Blankenstein: „Aber die einfachen Fehler machen am Ende den Unterschied.“

Lilienthal hatte jedoch wie so oft noch einiges im Schlussdrittel zuzusetzen. Marc Lubes verkürzte in der 46. Minute auf 2:3, und nach dem vierten Chemnitzer Treffer durch David Reich (48.) glichen Niklas Krieger in der 50. und Kapitän Andre Heissenbüttel in der 56. Minute die Partie tatsächlich noch einmal aus. Dann allerdings kam die ernüchternde Schlussminute: Erst gelang Floor Fighter Sascha Franz 39 Sekunden vor dem Ende das 5:4 für die Gäste, dann erhöhte Radünz 24 Sekunden später mit einem Schuss ins leere Lilienthaler Tor auf 6:4. Heissenbüttel traf nur noch zum 5:6, was an der sechsten Heimniederlage der Wölfe aber nichts mehr änderte. „Wir dürfen jetzt nicht die Köpfe hängen lassen“, meinte Blankenstein: „Über den Absteig wird in den Play-Downs entschieden, und da werden die Karten neu gemischt.“

21. Jan2012

Schlüsselspiel gegen Chemnitz

by Tobias

Mit der Euphorie der Pokal-Überraschung gegen den ETV Hamburg im Rücken gehen die Floorball-Herren des TV Lilienthal am Sonnabend (18 Uhr) in eines der Schlüsselspiele der Bundesliga-Saison. Das Schlusslicht erwartet in der Schoofmoorhalle mit den Floor Fighters Chemnitz den Vorletzten und kann mit einem Sieg den Sachsen die Rote Laterne mit auf den Heimweg geben – doch das ist nicht die einzige Motivation für die Wölfe. „Ich sage es frei heraus: Wir haben mit Chemnitz noch eine Rechnung offen“, verkündet Lilientahls Coach Andreas Blankenstein und meint die 1:3-Pleite im Hinspiel: „Mit nur einem Tor in 60 Minuten war das eine gefühlte Blamage.“

Ob Lilienthal die Scharte auswetzen kann, wird sich wohl vor allem im Kopf der Spieler entscheiden. Noch im Dezember wirkten die Wölfe auch mental angeschlagen von neun Niederlagen in Folge, der spektakuläre 5:4-Pokalsieg gegen Hamburg vor einer Woche sollte das Selbstvertrauen beim Aufsteiger zurückgebracht haben. „Das Momentum ist sicher auf unserer Seite“, weiß Blankenstein, der auf Chemnitzer Startschwierigkeiten nach dem Jahreswechsel hofft: „Wir hatten schon ein extremes Positiv-Erlebnis, sie hatten letzte Woche frei und starten erst gegen uns – das ist ganz klar ein Vorteil.“

Allerdings scharrt auch Chemnitz vor dem Kellerduell mit den Hufen. „Das ist ein zentrales Spiel für den Verlauf dieser Saison, hier muss jeder zeigen, dass er in der 1. Liga bleiben will“, meint Floor-Fighters-Präsident Georg Schmidt: „Mit einem Sieg kann man selbstbewusst in den Abstiegskampf gehen.“

Anpfiff: 18:00 Uhr in der Schoofmoorhalle Lilienthal (Samstag, 21. Januar 2012)
Liveticker:  http://ticker.floorball-niedersachsen.de/ticker/?id=6

16. Jan2012

Lilienthal gelingt Pokal-Coup

by Tobias

Am vergangenen Samstag gelang den Lilienthaler Wölfen ein Coup. Im Pokal-Achtelfinale gewannen die Herren gegen den Ligakonkurrenten ETV Hamburg, Gastgeber des diesjährigen Final4, mit 5:4 in der Verlängerung. Verlor man beide Ligaspiele deutlich, zeigte man im Pokalspiel viel Kampf und Herz. Alexander Seitz schoss das Golden Goal nach 1:44 Minuten in der Verlängerung.

Bericht in der Wümme-Zeitung (Tobias Dohr, 16. Januar 2012):

Lilienthal (td). Es sind diese Geschichten, die wohl einfach nur der Pokal schreiben kann. Egal ob Fußball, Handball oder eben Floorball. Eine echte Pokal-Sensation ist nun auch dem TV Lilienthal geglückt. Das Bundesliga-Schlusslicht besiegte in der heimischen Schoofmoorhalle vor 120 restlos begeisterten Zuschauern den großen Favoriten ETV Hamburg mit 5:4 (2:3, 2:0, 0:1) im Sudden Death.

Die Partie bot wirklich alles, was ein Pokalfight zu bieten im Stande ist. Dabei waren die Rollen so klar verteilt. Auf der einen Seite die Hamburger, die mit 20 Mann angereist waren und als Ausrichter des Final-4-Turniers unbedingt das Viertelfinale erreichen wollten. Auf der anderen Seite das Kellerkind vom TVL, das im Vorfeld nur sehr schleppend trainieren konnte und bei dem Trainer Andreas Blankenstein lediglich zehn Spieler zur Verfügung standen. Beide Ligaspiele gegen die Hamburger waren für den TVL zudem bereits zu ganz bitteren Lehrstunden geworden.

Doch diesmal wurde von Anfang an klar, dass sich Lilienthal nicht kampflos ergeben würde. Hilfreich war dabei sicherlich auch der optimale Start, als Björn Lubes nach Vorarbeit von Andre Heißenbüttel ein frühes Überzahlspiel zum 1:0 nutzen konnte (4.). Es war überhaupt erst der zweite Überzahltreffer in dieser Saison. Niklas Krieger erhöhte nach neun Minuten sogar auf 2:0, ehe die Partie vorübergehend den erwarteten Verlauf nahm. Hamburg glich bis zur 15. Minute aus und ging kurz vor der ersten Drittelpause selbst mit 3:2 in Führung. Wie beliebt und umkämpft der Pokalwettbewerb ist, war auch an den vier Zeitstrafen alleine im ersten Drittel erkennbar.

Nicht wenige hatten nun mit einer klaren Sache gerechnet, doch Lilienthal kam zurück. Zunächst war es Heißenbüttel, der eine Vorarbeit von Björn Lubes versenkte (26.), sieben Minuten später gelang dessen Bruder Marc Lubes die Lilienthaler Führung. Die Halle stand endgültig Kopf. Doch es sollte noch dramatischer werden. Denn Mitte des Schlussdrittels mussten Marc Lubes und Daniel von der Heyde zeitgleich auf die Strafbank – zudem bekam Hamburg einen Penalty zugesprochen. Doch der starke TVL-Keeper Nils Hallerstede konnte diesen parieren und verpasste seinen drei Feldspielern einen Adrenalinstoß.

Die rannten nun um ihr Leben und schafften es, die doppelte Unterzahl ohne Gegentreffer zu überstehen. Trotzdem fiel der Ausgleich noch. Vier Minuten vor Schluss gelang den Gästen das 4:4. Lilienthal konnte schließlich ein eigenes Überzahlspiel nicht mehr zum Siegtreffer nutzen, sodass es in die Verlängerung ging. Zum Held wurde dann Alexander Seitz, dem nach Vorarbeit von Daniel von der Heyde nach 1:44 Minuten der Sudden Death gelang. “Wir sind alle sehr stolz. Das ist der größte Vereinserfolg im Pokalwettbewerb”, konnte TVL-Coach Blankenstein sein Glück kaum fassen. Viel passender hätte die Pokalsensation übrigens kaum kommen können, denn am Sonnabend (18 Uhr) tritt der Tabellenvorletzte aus Chemnitz zum Kellerduell in Lilienthal an.

TV Lilienthal: Hallerstede, Arjangui; Brinkmann, Marc Lubes, Krieger, Appenrodt, Björn Lubes, Heißenbüttel, Kimmig, Bothe, Seitz, Heike, von der Heyde, Melde

Den Videozusammenschnitt findet ihr in unserem YouTube-Channel:

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12. Jan2012

Pokal: Über Hamburg nach Hamburg

by Tobias

Für die Floorball-Herren des TV Lilienthal steht der kommende Sonnabend unter einem kuriosen Motto: über Hamburg nach Hamburg. Mit einem Sieg im Achtelfinale des Floorball-Deutschland-Pokals wollen die Wölfe in eigener Halle ab 18 Uhr bis auf einen Schritt an das Final-4 im Mai heranrücken; der Hürde könnte jedoch kaum höher sein. Mit dem ETV Hamburg kommt ausgerechnet die Mannschaft in die Schoofmoorhalle, die dem Bundesliga-Aufsteiger in den Ligaspielen die beiden wohl schmerzlichsten Niederlagen zugefügt hat und als Ausrichter der Cup-Endrunde vor Motivation strotzt. „Ich glaube kaum, dass sie die Hamburger von uns ein Finale vor eigener Kulisse vermiesen lassen wollen“, glaubt Lilienthals Coach Andreas Blankenstein: „Die werden 60 Minuten Vollgas geben.“

Das sollte nach der Winterpause auch für sein Team gelten, dass in der Liga weiterhin die Rote Laterne trägt, am Sonnabend aber auf die vielzitierten Eigenheiten des Pokals hofft. „Ich habe schon mehrfach gesagt, dass wir hier zuhause eigentlich an einem guten Tag jeden schlagen können“, sagt Blankenstein: „Deshalb machen wir uns jetzt auch nicht in die Hose.“ Im Gegenteil: In der Liga stehen die abstiegsbedrohten Lilienthaler weit mehr unter Druck als im Pokal, dass Blankenstein selbst „ein Zuschussgeschäft“ nennt. Die Hamburger dagegen haben zumindest den Sprung ins Halbfinale fest eingeplant – ein Strauchler in Lilienthal ist für den aktuellen Bundesliga-Vierten streng verboten. „Das ist natürlich auch eine Chance für uns“, meint Blankenstein: „Wir wollen unseren Spaß haben. Und gewinnen macht ja immer noch am meisten Spaß.“